Eigentlich wollte man aus der Atomenergie ganz aussteigen, nun scheint es aber doch anders zu kommen. Denn die Regierung berät schon seit längerer Zeit darüber, wie man die Laufzeiten verlängern kann.
Gründe dafür liefert zum Beispiel Tanja Gönner (CDU): Sie sieht in der Atomkraft zwar eine “Brückentechnologie”, hält es aber für unwahrscheinlich, dass bis 2020 mehr als 20 Prozent des Strombedarfs durch erneuerbare Technologien gedeckt sein wird. Seit kurzem denkt der Koalitionausschuss darüber nach, eine Laufzeitverlängerung ohne Bundesrat zu beschließen. Kanzlerin Merkel will die Frage bis Anfang Juni klären. Bundesumweltminsiter Norbert Röttgen (CDU) forderte hierfür nach einer verfassungsrechtlichen Prüfung und begründet das unter anderem damit, dass der Bund den Ländern bei Zustandekommen der Laufzeitverlängerung große Lasten aufbürde.
Daraufhin hagelte es Kritik von Seiten des Minsterpräsidenten Baden-Württembergs, Stefan Mappus. Dieser kritisierte Röttgen in einer etwas fragwürdigen Art: Er sei nicht mehr bereit, die Eskapaden des Bundesumweltministers zu akzeptieren, die Kanzlerin solle ihn “zurückpfeifen”. Mappus dringt auf eine rasche Entscheidung, um der SPD und den Grünen keine Gelegenheit zu geben, ihre Kräfte zu mobilisieren.
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